Kreislaufwirtschafts-Strategie im Biosphärenpark Großes Walsertal
Als UNESCO-Biosphärenpark verfolgt das Große Walsertal seit 2000 eine nachhaltige Regionalentwicklung. In Bereichen wie Energie, Holzbau sowie Landwirtschaft und regionale Produkte bestanden bereits starke Initiativen. Es fehlte jedoch ein gemeinsamer, themenübergreifender Rahmen, der Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette verankert und bestehende Ansätze bündelt. Die Strategie sollte dafür die Grundlage schaffen.
Als UNESCO-Biosphärenpark verfolgt das Große Walsertal seit 2000 eine nachhaltige Regionalentwicklung. Bereits vor Projektbeginn bestanden zahlreiche Initiativen, etwa in den Bereichen Energie, regionaler Rohstoff Holz, Landwirtschaft und regionale Produkte, Reparatur und Wiederverwendung. Es fehlte jedoch ein gemeinsamer Rahmen, der diese Ansätze verbindet und Kreislaufwirtschaft als Querschnittsthema der Regionalentwicklung verankert.
Daher wurde 2020 unter Einbindung regionaler Akteur:innen eine Kreislaufwirtschaftsstrategie für das Große Walsertal erarbeitet. Ziel ist es, Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Vermarktung, Verbrauch, Reparatur und Fertigung bis zur Abfallbewirtschaftung – zu stärken, regionale Ressourcen besser zu nutzen, Wertschöpfung im Tal zu halten und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Betrieben, Vereinen und Bevölkerung zu fördern. Die Strategie definiert Ziele und Maßnahmen unter anderem zu Kommunikation, betrieblicher Zusammenarbeit, Energie, Mobilität, Lebensmittel und Konsum, Raumplanung, Bauen, Abfall und Wirtschaft und dient den sechs Gemeinden als gemeinsame Leitlinie.
Die strategische Ausrichtung wurde langfristig verankert: Zentrale Ziele der Kreislaufwirtschaftsstrategie wurden in den Regionalplan 2026 übernommen und damit in das gemeinsame Planungsinstrument für die weitere Entwicklung des Biosphärenparks integriert.
Faktenbox
Umgesetzt wurden u. a. die Bergholz Initiative, die regionale Holz-Wertschöpfung vom Wald bis zum fertigen Produkt bündelt, sowie Reparaturcafés, bei denen defekte Geräte repariert werden. Mit „Plastiktaschen raus – Stofftaschen rein“ wurden zudem wiederverwendbare Stofftaschen über einen Flohmarkt, Nahversorger und Jugendliche etabliert. Herausforderungen waren dauerhafte Organisation, ehrenamtliche Kapazitäten und Vergaberegeln bei regionalen Bauprojekten. Zudem sind auch die oftmaligen höheren Investitionskosten eine Herausforderung.
Wichtigstes Ergebnis ist die dauerhafte Verankerung der Kreislaufwirtschaft in der Regionalentwicklung: Zentrale Ziele der Strategie wurden in den Regionalplan 2026 übernommen. Damit wird Kreislaufwirtschaft heute als Querschnitt bei regionalen Projekten mitgedacht. Dies stärkt Ressourcenschonung und Abfallvermeidung, regionale Wertschöpfung und Betriebe sowie Kooperation, Bewusstsein und soziale Strukturen im Tal.
„Kreislaufwirtschaft bedeutet für uns, regionale Ressourcen bewusst zu nutzen, Wertschöpfung im Tal zu halten und ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele miteinander zu verbinden. Entscheidend ist, dass diese Haltung nicht in Einzelprojekten endet, sondern langfristig in der regionalen Entwicklung verankert wird.“
Die Strategie wurde mit politischen Entscheidungsträger:innen, dem regionalen e5-Energieteam sowie regionalen Betrieben und Initiativen erarbeitet, u. a. Bergholz Initiative und Genussregion. Fachlich begleitet wurde der Prozess durch externe Planungs- und Beratungspartner (CESBA, heimaten®); koordiniert durch das REGIO-Management. Die externen Projektkosten lagen bei rund 10.000 Euro.
- Lebensqualität steigern
- Soziale Strukturen stärken
- Versorgungssicherheit erhöhen
- Standort attraktiver gestalten
- Ressourcenverbrauch & Abfälle reduzieren
Vorteile für Gemeinden auf einen Blick
Handlungsempfehlungen & Erfolgsfaktoren
Frühzeitig Gemeinden, Betriebe, Vereine und engagierte Akteur:innen einbinden und auf bestehende Initiativen aufbauen. 2) Kreislaufwirtschaft politisch verankern und in konkrete, umsetzbare Maßnahmen übersetzen. Erfolgsfaktoren waren die Zusammenarbeit aller sechs Gemeinden, die regionale Koordination durch das REGIO-Management sowie die langfristige Verankerung der Ziele im Regionalplan.
